Mittwoch, 8. April 2009

One last time...

... muss ich mich wohl doch noch zu Wort melden. Eigentlich hatte ich vor, den Blog ruhig und sanft entschlafen zu lassen, da ich es immer noch mit der alten Pratchettweißheit halte: Entweder den coolsten oder gar keinen Blog. Den coolsten kriege ich aus zeitlichen (und motivatorischen) Gründen nicht hin, also lass ichs sein. Das tut mir natürlich leid für die drei, vier Nasen, die hier gerne reingeschaut haben, Aber ihr habt wohl auch ein eigenes Leben und seid nicht unbedingt auf meines, bzw. auf meine Meinungen angewiesen.

Warum also doch noch mal ein Post? Ganz einfach: Weil ich blöd genug bin, mich von Userkommentaren provozieren zu lassen. Von Leuten, die mir unterstellen, ich hätte "dumm rumgelabert", nur "heiße luft [sic!]" produziert ich "dummer schwätzer [sic!]" "sollte auch taten folgen lassen. [sic!]" (für jene, die es nicht wissen: sic bedeutet auf Hochdeutsch so viel wie. Rechtschreibfehler wurden zur Erheiterung des Publikums beibehalten. Nun kann man sich natürlich fragen: "Aber Moment mal? Hat der Asci denn nicht drei längere Beträge zum Grundproblem der Debatte um Kreationismus verfasst?" Aber das wäre wohl zu einfach. Da ist es doch viel besser, rumzuflamen und den starken Mann zu markieren, anstelle mal etwas herum zu schauen. Aber gut, das ist wohl eines der Merkmale der kreationistischen Diskussionskultur: Nebenkriesschauplätze errichten, grundsätzlich erstmal alles falsch verstehen und ganz dem Vorbild Christi folgend "seine Feinde" zu lieben und respektvoll mit ihnen umzugehen.

Um das leidige Thema nun doch abzuschließen halte ich es mit der alten Weisheit: "Wenn es jemand besser sagen kann als du, dann lass es ihn sagen" und verweise auf Youtube. Dort ist seit einiger Zeit der User "Thunderf00t"unterwegs, der unter anderem seine Videoreihe "Why do people laugh at creationists?"präsentiert. Und wieso sollte ich jetzt alles das, was er sagt, nochmal sagen, wenn mans im Original lesen und hören kann?

Also, werft einen Blick darauf und dann reden wir weiter. Bzw. reden wir nicht, denn dieses Posting wird das letzte sein und bleiben. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, die Ausgänge befinden sich hinten links und rechts, machts gut und danke für den Fisch.

P.S.: "Why do people laugh at creationists?" findet sich hier, Kent Hovinds Videos sind zwar nicht mehr auf der eingestellten Stage6, dafür aber bequem über Google Video zu finden. Und das kriegt ihr ja gerade noch selbst hin, oder?

Freitag, 12. September 2008

Wie ich meine Ferien verbrachte Teil 2.1: Reisen

Ja, so ist das. Kaum wartet man mal drei Monate, schon schreibt er wieder. Das so genannte reale Leben hat sich wieder ein wenig beruhigt, die Arbeit ist soweit getan und ich werde wohl die eine oder andere ruhige Minute finden, in schönde Worte zu gießen, was so alles passiert ist in letzter Zeit.

Zum Beispiel mit Reisen ins befreundete Ausland, wobei befreundet... naja, sagen wir einfach: Nach Österreich. Gerüstet als Kulturbotschafter mit allem was man aus dem Ruhrgebiet kennen muss: "Doppelpack" und "Kinder der Nacht". Ich möchte mal sagen die Extreme, in denen sich der Ruhrgebietsfilm bewegt, denn während Doppelpack das beste ist, ist Kinder der Nacht nicht einmal ansatzweise als interessant, gut oder unterhaltsam zu bezeichnen. Wer trotzdem einen Einblick haben möchte, der bilde sich und lese das Review auf www.badmovies.de - Und wer den Streifen danach noch immer sehen will, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

So, wie bin ich jetzt von bloggen auf schamlose Eigenwerbung gekommen... ach ja, Österreich. Besser: Wien. Vienna. Die Stadt der Fiaker, der Kaffeehäuser, des Wiener Walzers. An dieser Stelle sei noch einmal dem edlen Gastgeber gedankt, der so frei war, mir seine Couch zu überlassen. Eine sehr gute Couch übrigens, wer also jemals nach Wien reist, der möge dort vorsprechen. Gell, Poes_Rabe?

Das erste,w as man von Wien sieht, ist, zumindest in meinem Fall, der Flughafen. Und der ist, naja, nicht unbedingt enttäuschend, aber doch wenigstens leidlich uninteressant. Denn wen man einen Flughafen kennt, dann kennt man alle. Allenfalls die Lautsprecheransagen lassen vermuten, dass man woanders ist, denn während es in Düsseldorf etwa so klingt: "Die Passagierin Frau Sterkelsbroich, Frau Sterkelsbroich bitte! Wenn es ihnen nicht gerade zu viel ausmacht, der Pilot würde dann ganz gerne abheben!" Klingt es in Wien eher so: "Herr Müller, SOFORT in die Maschine! Bei drei schmeißen wir ihren Klumpatsch auf die Landebahn!" Hier ist man willkommen, hier wird man geliebt.

Die Wiener Innenstadt ist eine Sache für sich: Zum einen ist sie komfortabel, da die wichtigsten Dinge alle auf drei Straßen zusammenfgefasst sind, die man bequem in einer Tour ablaufen kann, zum anderen fällt es recht schwer, gleichzeitig Wiener Flair zu schnuppern und auf den Weg zu achten. Das, was sich Otto und Ilse Normalverbraucher unter Wien vorstellen, schöne Fassaden, Stuck und Ornamente, findet ab dem ersten Stock statt. Das Erdgeschoss gehört McDonalds und anderen kosmopolitischen Einrichtungen des 21. Jahrhunderts. Wer also ungern einen steifen Hals riskieren will... 90% der Erdgeschosse gibts dann auch in Castrop Rauxel.

Dafür lohnt sich der Blick nach oben um so mehr und wenn man sich drauf einlässt, dann fängt einen auch ein bisschen der Wiener Flair ein, den der Wiener selbst wohl gerne hätte. Die Stadt läd ein zum Schlendern (etwas, das etwaigen Ortskennern den letzten Nerv raubt, immerhin kennt man ja schon alles), und das ist etwas, was man nicht über viele Städte sagen kann. Auch der Stephansdom ist den einen oder anderen anerkennenden Blick wert, wenn man sich für solcherlei interessiert... aber zu den Sehenswürdigkeiten kommen wir dann nächstes Mal - hoffentlich nicht erst in drei Monaten.

Sonntag, 8. Juni 2008

Gerade eben...

... klingelte mein Nachbar bei mir. Es ist Jetzt 3 Uhr und 40 Minuten. Ich mag meinen Nachbarn, wirklich, aber die Frage: "Sagen se mal, watt für ne Orgie feiern SIE denn?"befremdet mich doch etwas. Und das sagte ich dann auch, höflich, aber bestimmt: "Watt?" In ähnlich freundlichem Tonfall klärte er mich auf, dass diverse Bewohner der umliegenden Parteien Unmut bekundet hätten, ob einer Lärmbelästigung, die von mir ausgehen würde.

Das irritierte mich nicht wenig. Leute, die bisher schon einmal das Privileg hatten, bei mir zugegen zu sein, werden bezeugen können, dass ich in Sachen Akkustik durchaus euqivalent gewappnet bin, allerdings nie, und ich betone NIE! ein Wort der Klage kam, selbst wenn Betrunkene um 5 Uhr Morgens am 1. Weihnachtstag "We are the Champions" in das Karaoke-Mikro brüllten.

Nun, ein kurzer Check der Fenster (aufmachen und raushorchen) bot die Lösung des Problems und eine faszinierende Erweiterung meinen kleingeistigen Horizontes an: In unmittelbarer Umgebung wohnen entweder Tschechen oder Portugiesen, die die Europameisterschaft bereits GEFÜHLT gewonnen haben. Mein Nachbar verabschiedetete sich mit einer Tirade auf "datt Kanakenpack"und einer mehr oder weniger deutlichen Entschuldigung: "Okay, dann wahn se datt eben nich". Nun ist 3:51 und ich geh ins Bett. Gute Nacht, meine Lieben.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Liebe DHL-Mitarbeiter!

Ich weiß, in so einer Filiale ist viel los und 5 Minuten nach der Ladenöffnung, da hat man dann schon mal keine Lust mehr. Da kann man dann schonmal eine Kunden, der nach einem großen Paket fragt, mit einem rüden "Ham wa nich!" abkanzeln und ihn danach keines Blickes mehr würdigen. Und wenn der Kunde dann am Mittag wiederkommt, mit einem Paket, das gefühlte 3 Meter lang und 3 Meter hoch ist, dann muss man ihm nicht sagen: "Bitte da auf diese Waage", sondern viel wichtiger ist der Hinweis: "Das geht aber nicht als Päckchen!"

Mal im Ernst, wenn ihr zu viel Geld verdient, dann sagt das! Oder seid doch so offen und ehrlich und sagt: "Ach kommen Sie, UPS ist doch auch ein toller Laden." Ich muss mein Geld nicht bei euch lassen, nee.

Und das alles nur, weil Logitech keine Boxen bauen und man auf seine Garantie pochen muss, na ich danke recht schön.

Montag, 12. Mai 2008

Grillen und Grillen

Zwei Arten Grillen haben mir dieses Wochenende meinen Schönheitsschlaf versaut, und das finde ich nicht gut. Zum einen des Deutschen Lieblingssport, alles, was sich nicht mehr bewegt, auf den Grill zu pappen, und das in möglichst großer Menge, Varietät und Dauer. Das kann man in Parks machen, aber auf im Garten, und besonders gut geht das in den Gärten, die an meine Wohnung grenzen. Und reihum. Und vom frühen Morgen an. Und es wird nicht besser.

Nun habe ich nebenbei das Problem, dass mein Wohn-und-Schlafzimmer Richtung Süden geht, und wenn der Lorenz ballert, wie man bei uns sagt, dann habe ich zwei Möglichkeiten: Fenster auf und Leben, Fenster zu und langsam im eigenen Saft zu Tode gegart werden. Nun hänge ich am Leben, immerhin hab ich nur das eine, wenn man von den gängigen westlichen Werten ausgeht und sorge für genug Ventilation... was bedeutet, dass nicht nur frische Luft, sondern auch Grillgeruch in meine Bude zieht.

Freitag wars okay, da gab es offensichtlick Koteletts. Ein Duft, der nicht ganz so unangenehm ist, außer natürlich, wenn man selbst gerade keine hat. Am Samstag wurde ich gegen 10 Uhr morgens vom lieblichen Duft geweckt, den ich spontan mit Schlachtabfällen oder von der Autobahn gekratzten Igeln in Verbindung brachte. Und als die dritten Gartennachbarn am Sonntag offensichtlich alles toppen wollten und versuchten, alte Autoreifen und Altöl gut durch zu braten... das ist dann nicht mehr nett.

Heute nacht war an Nachtschlaf übrigens auch nicht zu denken, denn die zweite Art von Grillen hatte sich spontan zu einer Jam-Session entschlossen. Munter geigte genau EIN Tier auf einer Lautstärke, die eine Körperlänge von guten 2 bis 3 Metern vermuten ließ und einer Tonhöhe, die Hunde zum jaulen bringt, eine Stunde nonstop... und dann geschah etwas, dass meinen Altölgriller sofort rehabilitierte: Als ich gerade beschloss, einfalch laut loszujammern, zu schreien und zu klagen, ging das Licht unten an, das Zirpen verstummte je und eine Männerstimme rief mit dem Stolz, den sonst nur Großwildjäger auf Löwenjagd empfinden können: "Ich hab sie!"

Danke.

Montag, 5. Mai 2008

Lange Geschichte über eine kurze Begegnung

Im Bus sitzt sie mir gegenüber und malt mit Wachstifen auf ein Blatt Papier, mit einer Hingabe, wie sie nur dreijährige an den Tag legen können. Ihr eMutter sitzt daneben und schaut abwechselnd aus dem Fenster, auf das Blatt und das Kind, das nun offensichtlich mit seiner Arbeit fertig ist und, auf der Suche nach Publikum, ihre Mutter fixiert und "DA!" kräht. Natürlich wird das Kunstwerk gelobt und abgefeiert, wie es ihm gebührt. "Mann!" schreit die Kleine dann und deutet auf mich, und ich denke: "Na wenigstens eine Person, die es mal erkennt." Sie hät mir ihr Blatt unter die Nase und sagt "Rat mal!" Tausende Ideen rasen durch meinen Kopf. Können Kinder in diesem Alter schon Bilder malen? Also, Erkennbares? Wann hab ich das erste mal ein Bild gemalt, auf dem man etwas erkennen kann? Ist es pädagogisch sinnvoll, ein "echtes" Ratespiel zu machen? Nun, ich beschließe, einfach mal mitzuspielen. Auf dem Blatt sind Blaue Zickzaklinien, jede Menge davon. Und sie laufen alle von links nach rechts. "Nun, vielleicht Berge?" versuche ich mein Glück, liege aber vollkommen daneben, wie mir das amüsierte Lachen der Kleinen nahe legt. Auch Wellen oder Häuser sind es nicht, und auch der Versuch, Mama, Papa, Autos oder Hunde aus dem Bild zu erkennen, schlägt fehl. "Tja, dann geb ich auf. Was ist es denn?" Das Mädchen macht eine Kunstpause (in Szene setzen hat sie schon raus) und sagt dann mit Also-wirklich-Stimme: "Krickelkrakel."

Da hätte ich aber auch drauf kommen können.

Montag, 28. April 2008

Du bist, was du isst.

Der moderne Mensch von heute achtet auf seine Ernährung - und der moderne Raucher sollte das noch mehr tun. Also gibt es für den Ascalon jeden Morgen eine Sprudeltablette mit allen Vitaminen, die man so den Tag über braucht. Ihr kennt diese Tabletten, nicht wahr? Hände hoch, wer diese Teile früher auch als Kind pur im Mund aufgelöst hat, um danach rülpsen zu können wie Chris Barnes (wer nicht weiß, wer das ist: Schämen)!

Die Welt war bis heute morgen in Ordnung, bis ich mal dachte: "Die Leute haben sich so viel Mühe gemacht und das Röhrchen so nett bedruckt, liest du doch mal, was draufsteht." Fehler. Denn was lesen wir da: Neben 13 kcal enthält eine Tablette 125% der RDA (empfohlene Tagesdosis) der Vitamine A bis Z und noch ein paar anderer Sachen. Soweit, so gut. Und dann weiter: "Die angegenebe empfohlene tägliche Verzehrsmenge [wir erinnern uns: die RDA] darf nicht überschritten werden." Hm. Sollte ich jetzt also lieber mit der Rasierklinge ein fünftel der Tablette vor dem Auflösen ausschneiden oder einfach nicht das ganze Glas leertrinken? Wer weiß Rat?